Geld sparen mit Photovoltaik

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Das Wesentliche in Kürze

  • Photovoltaik spart Geld, weil teurer Netzstrom durch eigenen Solarstrom ersetzt wird; Überschüsse bringen Einspeisevergütung.

  • Größter Hebel ist der Eigenverbrauch: passende Anlagengröße und einfache Alltagsroutinen erhöhen ihn deutlich.

  • Ost/West-Ausrichtung, Verschattungsprüfung und ein Speicher mit Augenmaß verbessern die Wirtschaftlichkeit.

  • Betrieb schlank halten, Grundlast senken, Lasten in Solarzeiten legen – so steigt die jährliche Nettoersparnis.

  • Förderungen und 0 % Umsatzsteuer unterstützen, entscheidend bleibt die Kombination aus Planung und Nutzung.

Geld sparen mit Photovoltaik: so funktioniert’s in der Praxis

Photovoltaik senkt die Stromkosten, indem teurer Netzstrom durch selbst erzeugte Kilowattstunden ersetzt wird. Jede im Haushalt direkt genutzte kWh reduziert die Rechnung sofort. Zusätzlich entstehen Einnahmen durch die Einspeisevergütung, wenn Überschüsse ins Netz abgegeben werden. Der wichtigste Punkt ist dabei nicht nur die installierte Modulleistung, sondern das Zusammenspiel aus Erzeugung und Verbrauch – zuerst in der Planung, später im Betrieb.

Der zentrale Hebel: Eigenverbrauch statt Netzbezug

Die größte Ersparnis entsteht, wenn möglichst viel Solarstrom im eigenen Haushalt genutzt wird. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch – je nach Tagesablauf und Verbrauchsmustern – häufig bei etwa einem Drittel der erzeugten Energie. Mit Speicher steigt dieser Wert, weil auch der Bedarf am Abend und in der Nacht teilweise aus Solarstrom gedeckt werden kann.

 

Ob ein Speicher wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt stark vom individuellen Lastprofil ab. Haushalte mit hohem Verbrauch in den Abendstunden profitieren tendenziell stärker. In der Praxis bewährt sich eine klare Reihenfolge: zuerst die PV-Leistung passend dimensionieren, anschließend die Speichergröße prüfen.

 

Merke: Die Einspeisevergütung ist ein sinnvolles Plus, ersetzt aber selten die Einsparung durch Eigenverbrauch. Für die Wirtschaftlichkeit gilt in der Regel: selbst nutzen vor einspeisen.

 

Planung, die spart: Auslegung statt „nur belegen“

Anlagengröße passend zum Verbrauch

Ziel ist eine Anlage, deren Jahresertrag gut zum Haushaltsverbrauch passt. Entscheidend ist nicht maximale Produktion, sondern ein hoher Anteil an Strom, der regelmäßig im Haus genutzt werden kann. Hilfreich sind hierbei der Jahresverbrauch und – noch wichtiger – die typische Tageslast (morgens, tagsüber, abends).

Ausrichtung und Neigung

Eine Südausrichtung mit etwa 30–40° Neigung liefert hohe Leistungsspitzen zur Mittagszeit. Eine Ost/West-Ausrichtung verteilt die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag. Das kann wirtschaftlich vorteilhaft sein, weil mehr Erzeugung in Zeiten fällt, in denen im Haushalt tatsächlich Strom verbraucht wird. Auf Flachdächern ist eine maßvolle Aufständerung sinnvoll, um Eigenverschattung zu reduzieren und den Ertrag in den Wintermonaten zu verbessern.

Verschattung konsequent prüfen

Verschattung hat über die Laufzeit einen spürbaren Einfluss auf den Ertrag. Typische Ursachen sind Bäume, Gauben, Kamine oder Nachbargebäude. Besonders im Winter, wenn die Sonne tief steht, werden Schatten länger. Eine saubere Verschattungsanalyse (z. B. per Simulation/Scan) schützt vor dauerhaften Ertragsverlusten.

Speicher mit Augenmaß dimensionieren

Als grober Startpunkt gilt häufig: etwa 1–1,5 kWh Speicherkapazität pro kWp PV-Leistung. Zu große Speicher binden unnötig Kapital, zu kleine sind abends schnell leer. Sinnvoll ist eine Dimensionierung, die zum Verbrauchsprofil passt – oder eine Anlage, die technisch auf eine spätere Nachrüstung vorbereitet ist.

Betrieb: Routinen, die ohne großen Aufwand sparen

Lasten in Solarzeiten verlagern

Einfache Verschiebungen erhöhen den Eigenverbrauch deutlich, ohne den Alltag zu erschweren. Beispiele sind Waschmaschine und Spülmaschine über Timer, Warmwasserbereitung am späten Vormittag oder Mittag sowie das Laden eines E-Autos bevorzugt in Erzeugungszeiten.

Grundlast senken

Eine hohe Grundlast erhöht den Netzbezug dauerhaft. Typische Stellschrauben sind ältere Kühlgeräte, Standby-Verbraucher oder ungünstig laufende Pumpen (z. B. Zirkulation). Jede eingesparte Dauerleistung wirkt direkt – 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr.

Monitoring nutzen, statt „am System zu drehen“

Ein solides Monitoring zeigt Tages- und Wochenverläufe und macht sichtbar, ob Erzeugung und Verbrauch zusammenpassen. Meist reichen kleine Anpassungen im Nutzungsverhalten. Eingriffe am Wechselrichter sind im Normalbetrieb in der Regel nicht erforderlich.

Einnahmen und Rahmenbedingungen: Vergütung, 0 % USt., Förderungen

Neben der Stromkostenersparnis entsteht ein zweiter Effekt durch Einspeiseerlöse. Vereinfacht lässt sich der jährliche Geldfluss so darstellen:

Ersparnis (Eigenverbrauch × Strompreis) + Vergütung (Überschuss × Vergütungssatz) − Betrieb/Service.

In Deutschland kommen steuerliche Erleichterungen hinzu, unter anderem der 0 %-Umsatzsteuersatz auf Kauf und Installation (unter den geltenden Voraussetzungen). Zusätzlich existieren regionale Förderprogramme von Ländern und Kommunen. Da sich Programme und Bedingungen ändern können, lohnt sich eine kurze Aktualitätsprüfung vor der Investitionsentscheidung.

Rechenweg: So wird die Ersparnis greifbar

Für eine realistische Bewertung hilft ein pragmatischer Vergleich – idealerweise in zwei Varianten (ohne und mit Speicher). Gegenübergestellt werden pro Jahr:

 

  • Eigenverbrauchsmenge × aktueller Strompreis (gesparte Kosten)

  • Einspeisemenge × Vergütungssatz (Einnahmen)

  • Betriebskosten (z. B. Versicherung, ggf. Wartung/Service)

 

Der Unterschied zwischen „vorher“ (reiner Netzbezug) und „nachher“ (PV-Eigenverbrauch plus Vergütung) ergibt die jährliche Nettoersparnis. Diese wird anschließend in Relation zur Investition gesetzt. Wichtig ist, realistische Annahmen zu verwenden und Schwankungen (Wetter, Verbrauch, Strompreis) einzuplanen. Eine saubere Auslegung liefert meist bessere Ergebnisse als maximal optimierte Papierwerte.

Saisonale Perspektive: Sommer trägt, Winter hilft

Der größte Beitrag entsteht in der Regel von Frühjahr bis Herbst. Im Winter fällt der Ertrag geringer aus, bleibt aber relevant: Kalte, sonnige Tage können hohe Wirkungsgrade liefern. Ein Speicher kann kurze Erzeugungsfenster in den Abend verlängern – sofern die Dimensionierung zur realen Erzeugung und zum Verbrauch passt.

Fazit

Photovoltaik erzeugt Strom dort, wo er genutzt wird – und senkt dadurch die laufenden Energiekosten. Die größten Spareffekte entstehen, wenn Planung und Alltag zusammenpassen: eine passende PV-Leistung, sinnvolle Ausrichtung, eine durchdachte Verschattungsprüfung, ein Speicher mit Augenmaß und ein paar einfache Routinen im Betrieb. Einspeisevergütung und Förderungen ergänzen die Rechnung, im Zentrum steht jedoch der Eigenverbrauch. So wird aus der Investition ein stabiler, planbarer Vorteil über viele Jahre.

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Bastian Quaas